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Blending: Missverständnisse um das Mischen von Öl

Blending: Missverständnisse um das Mischen von Öl

Der Markt für Öl boomt, so ist es auch nicht verwunderlich, dass fast jeden Tag neue Schlagzeilen rund um die Olivenölproduktion auftauchen. Wir haben uns das Thema Blending einmal genauer angeschaut.

Blending und gepanschtes Olivenöl

Was ist Blending überhaupt und kann es mit Panschen von Olivenöl gleichgesetzt werden? Ganz klar: Nein!

Blending ist das Vermischen von verschiedenen Olivenölen der gleichen Güteklasse: natives Olivenöl extra. Jedoch hat es nicht den Hintergrund, minderwertiges Öl zu produzieren, sondern sich den Kundengeschmäckern anzupassen. Jede Olivensorte hat einen besonderen Geschmack, die eine ist etwas bitterer, die andere etwas süßer und eine andere Sorte schmeckt wiederum mehr nach Gras. Kunden in den verschiedenen Ländern präferieren auch unterschiedliche Olivenöle. Diese Informationen verwenden die Ölhersteller, um aus den verschiedenen Olivensorten einzigartige sensorische Profile von Olivenöl zu erstellen, um den unterschiedlichen Geschmäckern gerecht zu werden. Dabei werden aber nur native Olivenöle extra miteinander vermischt, niemals Öle unterschiedlicher Güteklassen.

Selbst Öle, die aus einem einzigen Land kommen, werden in der Regel aus verschiedenen Olivensorten gewonnen. Dabei kommen ungefähr fünf verschiedene Hauptsorten, bei über 1000 existierenden Sorten, zum Einsatz. Auch Öle mit der Kennzeichnung DOP (Denominazione di origine protetta), welche bei uns der geografisch geschützten Angabe (ggA) entsprechen, werden häufig aus mehr als nur einer Olivensorte gewonnen.

Bei gepanschten Olivenöl wird natives Olivenöl extra mit anderen Ölen gemischt und dann als natives Olivenöl extra deklariert. Zuletzt schaffte es im Herbst 2017 ein Skandal in Griechenland auf die Titelseiten. Eine Großfamilie hatte tonnenweise gefärbtes Sonnenblumenöl als Olivenöl Nativ Extra an Händler verkauft, die dieses dann weltweit verschickten. Dies ist ein ganz klares Beispiel von panschen mit falscher Deklaration der Ware und bezeichnet nicht das Blending.

Blending ist eine Kunst

Blending hat somit nichts mit schlechter Qualität, ranzigen Produkten oder sogar Profit zu tun. Es ist sogar eine Art Kunst, einen einzigartigen Geschmack zu kreieren. So wird es auch in anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie, wie beispielsweise in der Weinherstellung eingesetzt. Selbst Champagner werden durch dieses Verfahren zu edlen Produkten verfeinert. Dabei ist es durchaus üblich 50 bis 100 verschiedene Rebsorten miteinander zu vermischen.

Eine Trendwende ist erforderlich

Olivenöl wird immer mehr als Standardware angesehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Wert des Öles kaum noch geachtet wird. Um dies entgegen zu wirken, ist eine Trendwende erforderlich.

„Bisher bestand das einzige Geschäftsgebaren darin, das Verkaufsvolumen gegenüber dem Preis in den Vordergrund zu stellen,“ sagt Pierluigi Tosato, Geschäftsführer von deOleo. „Dieses Modell ist nicht mehr länger tragbar“, erklärt er weiter. „Olivenöl müssen wir als wertvolles Produkt neu positionieren. Die derzeitige Markttendenz, den Preis über die Qualität zu setzen, beschneidet Gewinnmargen bis hin zu denen der Bauern. Nur eine Strategie, die auf Qualität begründet ist, garantiert eine faire Verteilung des Einkommens auf alle Glieder der Produktionskette.“

Neue Geschäftsvereinbarung zwischen deOleo und UPA

Um das zu gewährleisten, hat deOleo zusammen mit der Spanischen Gewerkschaft für Kleinbauern und Viehzüchter, spanisch: Unión de pequeños agricultores y ganaderos (UPA), eine Übereinkunft getroffen. Darin heißt es, dass beide Organisationen eng zusammenarbeiten wollen, um den Stellenwert des flüssigen Goldes zu verbessern. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Öls eine Rolle. Vor allem auf die Rückverfolgbarkeit der Herkunft soll in Zukunft stärker geachtet werden.

2018-02-28T10:42:27+00:00 28. Februar 2018|Herstellung|

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