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Der Alleskönner Leinöl überzeugt genauso wie gutes Olivenöl

Der Alleskönner Leinöl überzeugt genauso wie gutes Olivenöl

Schon unsere Urahnen benutzten Leinöl in der Küche, gegen gesundheitliche Wehwehchen und im handwerklichen Bereich. Ganz zu Unrecht vernachlässigen wir dieses wertvolle Öl in unserem Speiseplan.

Leinöl – das gute Öl der traditionellen Deutschen Küche

So wie ein Olivenöl mit seiner gesundheitlichen Wirkung im Mittelmeerraum einfach traditionell zur Küche gehört, ist Leinöl ein echtes, deutsches Traditionsprodukt. Früher war der Lein- und Flachsanbau weit verbreitet im mitteleuropäischen Raum. Die Faser diente zur Herstellung von Stoffen und Textilien, wurde als Isolier- und Füllmaterial genutzt oder sogar als Stroh. Aus den Samen der Pflanzen wurde dieses Speiseöl hergestellt. Gerade im Inland war das eine wichtige Quelle für essentielle Fettsäuren, denn Fisch war rar. Durch den zunehmenden Import von Baumwolle wurde der Anbau fast völlig eingestellt, da die Fasern nicht mehr zur Tuchherstellung benötigt wurden. Somit geriet nicht nur das Wissen um die gesundheitlichen Wirkungen des Leinöls in Vergessenheit, sondern es ging ein Stück Kulturgut verloren.

Herstellung von Leinöl

Heute wird die deutsche Landschaft von leuchtendgelben Rapsfeldern dominiert. Gemeiner Lein (Linum usitatissimum), auch Saat-Lein oder Flachs genannt, ist eine alte Kulturpflanze, die nur noch in wenigen Gebieten Deutschlands angebaut wird. Das für die Ernährung wertvolle Leinöl wird kalt gepresst. Dabei werden Temperaturen von maximal 40 °C erreicht. Das Fruchtöl reagiert bei der kalten Pressung sehr schnell mit dem Sauerstoff in der Luft und lässt es bitter werden.

Leinölhersteller arbeiten daher an immer besseren Verfahren, um eine Oxidierung zu verhindern. Solche Pressverfahren heißen zum Beispiel Oxyguard oder Omega Safe. Durch Verwendung einer Schutzatmosphäre aus reinem Stickstoff oder Kohlendioxid wird der Sauerstoff der Luft von Pressgut und Öl ferngehalten. Zudem wird es vor Lichteinfluss geschützt und die Presstemperatur kontinuierlich überwacht.

Herstellung von Leinöl

Leinöl ist nur kurz haltbar

Zur Verdrängung des Leinöls trugen auch die Forderungen der Supermärkte nach langer Haltbarkeit der Öle bei. Denn während bestes Olivenöl sehr lange seine typischen Eigenschaften und gesundheitlichen Vorzüge erhält, verliert Leinöl schnell seinen Geschmack und seine Wirkung. Frisch gepresst ergeben die reifen Ölsamen in Kaltpressung ein goldgelbes Erzeugnis. Der Geruch erinnert an frisches Heu und der Geschmack ist leicht nussig. Doch schon nach kurzer Zeit wird es bei längerer und vor allem falscher Lagerung ranzig und schmeckt bitter. Weil Leinöl so leicht mit Sauerstoff reagiert, sollten Sie es immer dunkel und kühl aufbewahren. Optimale Lagerorte sind Kühl- oder Gefrierschrank, denn so bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe länger erhalten.

Leinöl ist ein wertvoller Omega-3-Fettsäure-Lieferant

Leinsamen und Leinöl

Das Leinöl besteht zu über 90 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren. Durch seinen hohen Gehalt an der essentiellen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure ist es so bedeutend für die menschliche Ernährung.

Seine wertvollen Fettsäuren machen es zu einer guten Alternative für Vegetarier und Veganer, die keinen fettreichen Seefisch auf ihrem Speiseplan haben. Alpha-Linolensäure ist mit Werten von bis über 70 Prozent in diesem Fruchtöl vertreten. Das Traditionsöl weißt ein günstiges Mengenverhältnis zwischen der Omega-3-Fettsäure und Omega-6-Fettsäure auf. Auch wenn diese wissenschaftlichen Einzelheiten früher nicht bekannt waren, wussten die Menschen schon seit ewigen Zeiten um die gesundheitlichen Vorteile des Leinöls.

Leinöl ist gesund

Leinöl kann vielen Gesundheitsproblemen vorbeugen. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) den Verzehr von Leinöl z. B. um die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen oder um rheumatische Beschwerden zu lindern. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann verschiedene Erkrankungen begünstigen. Wenn Sie Leinöl regelmäßig in den Speiseplan einbauen, können Sie Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Omega-3-Fettsäuren unterstützen auch die Sehkraft und die Konzentrationsfähigkeit oder allgemeine Gehirnleistung. Auch für Diabetiker sollte das deutsche Traditionsöl regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, da es die unmittelbar nach den Mahlzeiten auftretenden Spitzenwerte beim Blutzucker abschwächen kann. Kurzum: Die Wissenschaft beweist heute was unserer Ahnen schon wussten – Leinöl ist spitze für die Gesundheit.

Ein Alleskönner in der Küche

Auch dieses Fruchtöl hat vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Schon ein Esslöffel pro Tag ist eine wirkliche Bereicherung für die Gesundheit. Es lässt sich im Salat, im Saft, mit Quark oder Joghurt, auf Kartoffeln oder im zarten Gemüse verwenden. Sie können es auch mit anderen wertvollen Ölen, wie Olivenöl, Rapsöl oder Hanföl mischen.

Leinöl zum Frühstück

Wir haben für Sie ein paar einfache Verwendungsmöglichkeiten zusammengestellt:

Arme-Leute-Essen

Sein nussiger Geschmack passt besonders gut zu warmen Kartoffelspeisen. In der Lausitz sowie im Spreewald werden traditionell Pellkartoffeln und Quark oder Sahnehering mit Leinöl verfeinert. Früher war dieses Gericht auch als Arme-Leute-Essen bekannt.

Quark mit Leinöl

Gerade wegen des leicht nussigen Geschmacks passt es gut zu Milchprodukten wie Käse, Joghurt oder Quark. Sie mildern zudem den leicht bitteren Geschmack des Leinöls. Besonders für Quarkspeisen ist es gut geeignet, da die im Eiweiß enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren die Fettsäuren besser lösen.

Leinöl-Quark Brotaufstrich

1 Becher Quark (250 g) mit 5 Esslöffel Leinöl verrühren, fest verschließen und im Kühlschrank platzieren. Das können Sie wunderbar als Butterersatz auf das Brot streichen und mit frischem Obst belegen oder auch mit Marmelade genießen. Wer es lieber herzhaft mag, würzt den Quark noch mit Pfeffer, Salz und Kräutern und belegt ihn mit frischen Gurkenscheiben oder Radieschen.

Tomaten mit Leinöl

Nicht nur Olivenöl passt zu Tomaten, auch Leinöl kann dieses beliebte Gemüse aufwerten. Ein Tomatenbrot einfach mit etwas Salz und Pfeffer würzen und anschließend mit Leinöl beträufeln.

Lausitzer Gurkensalat

Raspeln Sie eine Gurke und fügen Sie fein gehackte Zwiebeln, Schnittlauch, Petersilie, Salz und eine Prise Zucker hinzu. Das i-Tüpfelchen bildet das gute Leinöl.

Eingelegter Schafskäse

Auch gewürfelten Schafskäse können Sie mit Leinöl einlegen. Dazu kommen frische Kräuter wie z. B. Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin, Pfefferkörner, Koriandersamen und Nelkenpfeffer. Eine Chilischote, Knoblauchzehen und das Pflanzenöl hinzufügen und drei Tage im Kühlschrank ziehen lassen und mit frischem Brot servieren.

Verwendung von Leinöl außerhalb der Küche

Während wir in der guten Küche nur kaltgepresstes Leinöl verwenden, findet im handwerklichen Bereich auch heißgepresstes oder raffiniertes Leinöl Anwendung. Ein spezielles Verfahren ist die Herstellung von Standöl. Hierbei handelt es sich um sonneneingedicktes Leinöl. Dazu werden die Leinsamen mehrere Monate lang der Sonne ausgesetzt. Dieses besondere Öl setzen hauptsächlich Geigenbauer ein, da es schneller trocknet und dem Holz durch einen Anstrich einen schönen Oberflächenglanz sowie eine gute Beständigkeit gegen äußere Einflüsse verleiht. Auch in der Druckfarbenindustrie wird es verwendet. Es ist also auch ein echter Alleskönner, der in vielen Bereichen Anwendung findet.

Auch Stiftung Warentest hat Leinöl zusammen mit anderen Gourmetölen verglichen. Den ausführlichen Stiftung Warentest Test können Sie hier lesen.

19. Januar 2018|Herstellung|

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