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Distelöl bzw. Färberdistelöl – Das Öl aus dem falschen Safran

Distelöl bzw. Färberdistelöl – Das Öl aus dem falschen Safran

Die Distel und das Distelöl sind schon lange für ihre positive Wirkung auf die Gesundheit bekannt. In deutschen Küchen wird das Öl heutzutage trotzdem eher selten genutzt.

Herstellung Distelöl

Distelöl wird aus den Samen der Färberdistel (Carthamus tinctorius) gewonnen, die auch unter dem Namen Falscher Safran bekannt ist. Aus den Samen der gelben und roten Korbblütler entsteht das Safloröl oder Färberdistelöl.

Distel als Hausmittel

Die Distel war früher als echtes Hausmittel bekannt. Als Tee und Zusatz in Cremes und Salben eingesetzt, lindert Distel Kopfschmerzen und Hautirritationen. Heute findet die Distel auch Anwendung in Badezusätzen und Kosmetika.

Reines Distelöl ist reich an Omega-6-Fettsäuren

Reines, unraffiniertes Distelöl hat folgende Fettsäurezusammensetzung:

  • 9 Prozent gesättigte Fettsäuren
  • 10 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren
  • 76 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren handelt es sich fast komplett um Linolsäure (75 Prozent), der Omega-6-Fettsäure. Es hat somit den größten Linolsäureanteil unter den Speiseölen. Kurz darauf folgen Traubenkern- und Sonnenblumenöl.

Positive Wirkung Distelöl

  • gut bei trockener und entzündeter Haut
  • senkt den Cholesterinspiegel im Blut

Linolsäure ist essenziell für den Körper. Sie reguliert die Permeabilität der Haut. Die Folgeprodukte der Linolsäure sind hauptsächliche Bestandteile von Phosholipiden und biologischen Membranen. Aus diesem Grund sind Distelöl und Distelprodukte sehr gut bei trockener und entzündeter Haut.

Eingenommen senkt das Öl aktiv den Cholesterinspiegel im Blut, sowohl das „schlechte“ LDL als auch das „gute“ HDL.

Ein Mangel an Linolsäure zeigt sich durch Hautekzeme, Wundheilungsstörungen, Infektanfälligkeit, Anämie, Fettleber und Wachstumsverzögerung.

Negative Wirkung Distelöl

In Deutschland ist die Gefahr eines Mangels an Linolsäure sehr unwahrscheinlich. Im Verhältnis zur Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure nehmen wir sie sogar zu viel auf. Zudem wirkt sie im Körper bei einem Ungleichgewicht zwischen beiden essenziellen Fettsäuren entzündlich. Für Menschen mit Hyperlipoproteinämien wird Distelöl deshalb nur in Maßen empfohlen, also nicht täglich und nicht in größeren Mengen. Wer sich jedoch besonders linolsäurereich ernähren möchte oder muss, für den ist das Distelöl ideal.

Verwendung Distelöl

Distelöl wird durch Kaltpressung der Samen gewonnen. Der Rauchpunkt liegt bei 150 °C.

Damit ist das Öl für die kalte oder auch lauwarme Küche geeignet, also zum Garen oder dünsten. Zum Braten soll das Öl nicht verwendet werden, da es sonst zur Rauchentwicklung kommt und sich schädliche Substanzen entwickeln.

Distelöl schmeckt gut in Salaten und Gemüsegerichten. Es hat einen nussigen bis leicht herben Geschmack. Margarinenhersteller verwenden es gern.

Haltbarkeit Distelöl

Durch die Fettsäurezusammensetzung handelt es sich um ein leicht oxidierbares Öl, welches schnell ranzig. Bewahren Sie es lichtgeschützt und im Kühlschrank auf.

High-oleic-Distelöl

Durch die Änderung der Ernährungsempfehlung, weg von der linolsäurereichen Ernährung hin zur alpha-linolensäurereichen Ernährung, haben sich auch Angebot und Nachfrage des Distelöls über die Jahre verändert. Sie erhalten es deswegen in verschiedenen Ausführungen.

Im Supermarkt finden sich immer häufiger High-oleic-Öle. Durch Gentechnik wurde die Zucht von Pflanzen erreicht, deren Samen reich an der einfach ungesättigten Fettsäure Ölsäure sind.

Das High-oleic-Distelöl oxidiert nicht so leicht wie die originale Variante. Sie müssen das Öl daher nicht so schnell verbrauchen. Es hat einen Rauchpunkt von bis zu 210 °C. Zum Braten können Sie es daher ebenfalls verwenden..

Durch den vierfach höheren Gehalt an Ölsäure hat das High-oleic-Distelöl auch eine andere Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Ähnlich wie Olivenöl, welches einen sehr hohen Ölsäureanteil aufweist, senkt es das „schlechte“ LDL Cholesterin. Wenn es statt gesättigter Fettsäuren aufgenommen wird, kann es Herz-Kreislauf-Erkrankungen somit entgegenwirken.

Kennzeichung Distelöl

Um zu erkennen, welches Distelöl Sie kaufen, müssen Sie etwas genauer hinschauen. Ein unverändertes Distelöl hat 76 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren auf 100 Gramm Öl. Ein High-oleic-Öl beinhaltet meistens 69 Gramm einfach ungesättigte Fettsäuren auf 100 Gramm. Außerdem ist es mit „ölsäurereich“, „h.o.“ oder high oleic gekennzeichnet.

Distelöl erhalten Sie kaltgepresst und raffiniert. Kaltgepresste Öle sind entsprechend gekennzeichnet. Bei raffinierten Ölen fehlt die Kennzeichnung „kaltgepresst“.

Aus dem Sortiment an Distelölen können Sie sich das passende für sich auswählen und die gesundheitlichen Vorteile  genießen.

2019-02-01T09:10:03+00:00 4. Februar 2019|Ernährung|