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Mineralöl in Olivenöl – Wie gefährlich ist es?

Mineralöl in Olivenöl – Wie gefährlich ist es?

Oft wird über Mineralöl in Olivenöl berichtet. Doch wie gelangt das Mineralöl in Olivenöl? Und ist es wirklich so gefährlich, wie oft beschrieben?

Was sind MOSH und MOAH?

Mineralölkohlenwasserstoffe sind auch unter den Kürzeln MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) oder MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons ) bekannt. Dabei handelt es sich um Gruppenbezeichnungen für eine Vielzahl von verschiedenen Verbindungen, die als Rückstände unterschiedlichen Ursprungs in unsere Lebensmittel gelangen können. Auch Speisefette und -öle können belastet sein. MOSH und MOAH kommen überall vor. Sie können sich vom landwirtschaftlichen Anbau über die Verarbeitung bis hin zum fertigen Produkt, aufgrund der chemischen und physikalischen Ähnlichkeit zu Speiseölen, in diesen anreichern.

Ist Mineralöl in Olivenöl gefährlich?

Untersuchungen zeigen, dass viele Lebensmittel mit MOSH und (deutlich weniger) mit MOAH belastet sind. Eine Verordnung für den Maximalwert von Mineralöl in Speiseöl gibt es weder in Deutschland noch der Europäischen Union. Bislang werden zulässige Höchstmengen nur diskutiert. In vielen Fällen werden selbst diese jedoch nicht überschritten.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sind nur MOSH mit einer Kettenlänge zwischen 16 und 35 Kohlenstoffatomen problematisch. Die genauen gesundheitlichen Auswirkungen werden allerdings noch erforscht. MOAH stand lange Zeit im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Allerdings gibt es bislang keine Studie, die das beweist. Bekannt ist jedoch, dass sich diese Kohlenwasserstoffe nicht im menschlichen Körper ablagern können – was die Warnhinweise etwas ad absurdum führt. Es ist also sehr fraglich, inwiefern diese geringen Mengen von Mineralöl überhaupt den Körper beeinflussen.

Wie kommt das Mineralöl ins Olivenöl?

Auch im Öko-Test Olivenöl Test 2019 wurden Rückstände von Mineralöl in einigen Proben gefunden. Doch wie kann es dazu kommen?

Das Mineralöl im Olivenöl tritt, wenn überhaupt, nur in sehr kleinen Mengen auf. Diese Mengen beweisen auch, dass Hersteller das Mineralöl in Olivenöl nicht mit Absicht untermischen. Sondern es gelangt über andere Wege in das Olivenöl. Die Gründe dafür können verschieden sein. Schon bei der Ernte der Oliven können die Früchte durch den Transport in Jutebeuteln auf MOSH und MOAH treffen.

Ebenso können die Oliven durch die Erntemaschinen mit dem Mineralöl in Kontakt kommen. Die Rüttelmaschinen können ebenfalls eine Quelle sein. Wie auch die Fahrzeuge zum Transport der Oliven stoßen die Maschinen Emissionen aus, die MOSH bzw. MOAH enthalten. Zudem werden die Maschinen standardmäßig geölt. Die meisten Maschinen besitzen einen Spritzschutz. Fehlt dieser jedoch, kann die Olive damit in Berührung kommen. Die Produzenten überprüfen regelmäßig die die einwandfreie Funktionsfähigkeit ihrer technische Anlagen. Dennoch kann es passieren, dass sich beispielsweise in der Ölmühle kleine Tropfen an Schmieröl von den Förderbändern lösen und so in die Olivenölproduktion gelangen.

Um dies zu vermeiden, ist gründliches Waschen der Oliven vor der Verarbeitung wichtig. Zudem kontrollieren wir jede unsere Olivenöl-Chargen in Hinsicht auf Rückstände von Pestiziden, Weichmachern und Mineralöl. Das geschieht durch eine Spurenelemente-Analyse. Dabei werden alle Öle abgestraft, welche über 1 mg/KG MOAH und über 10mg/KG MOSH beinhalten.

In Bio-Olivenölen treten höhere Werte von Mineralölkohlenwasserstoffen auf, als in Öl aus konventionellem Anbau. Der Grund dafür ist die Vermeidung von Pestiziden und anderen Mitteln beim Olivenanbau. Dafür werden andere zugelassene Mittel eingesetzt, um Schädlinge abzuhalten. Diese wiederum können vermehrt Mineralöle beinhalten.

So erkennen Sie ein Olivenöl mit Qualität

Testergebnisse können Verbraucher schnell verunsichern. Achten Sie beim Kauf auf ein Mindeshaltbarkeitsdatum, dass noch weit in der Zukunft liegt. So vermeiden Sie, dass das Öl schlecht wird, bevor Sie es vollständig verbrauchen konnten. Auch eine Deklaration der Herkunft gibt Aufschluss über die Qualität des Olivenöls. Übrigens sind laut einer Untersuchung des WWF Deutschland die Anbaugebiete der Oliven auch hinsichtlich der MOAH- und MOSH-Belastung mit zu betrachten. Denn die nachgewiesenen Werte sind je nach Herkunftsregion deutlich höher oder niedriger. Sogenannte Blends zeigen dabei die geringsten Spuren von Mineralöl.

Bei Pflanzenölen sollten Sie außerdem stets zur Glasflasche greifen. Hochwertige Speiseöle, wie gutes Olivenöl, kaufen Sie am besten in einer dunklen Glasflasche. Diese Lichtschutzverpackung schützen die wertvollen Inhaltsstoffe des Öls. Sie verhindert, dass das Öl ranzig wird. Gegenüber anderen Verpackungen ist Glas außerdem nachhaltiger.

3. Juli 2018|Herstellung|

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