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Gentechnik in Speiseölen

Gentechnik in Speiseölen

Mit Gentechnik veränderte Lebensmittel finden sich immer häufiger in den Regalen unserer Discounter und Supermärkte. Doch inwieweit Gentechnik bei Speiseölen eingesetzt und woran können Sie natürliche Speiseöle von gentechnisch veränderten Ölen unterscheiden?

Was sind Gene?

Alle lebenden Organismen enthalten genetisches Material, die DNA (Desoxyribonukleinsäure). Sie befindet sich in dem Kern einer jeden Zelle. Auf ihr sind die gesamten Erbinformationen gespeichert. Gene sind Abschnitte auf der DNA, die für die Ausbildung spezifischer Merkmale des Organismus zuständig sind.

Bei uns Menschen sind einzelne Gene zum Beispiel für Haarfarbe, Hautfarbe, Augenfarbe usw. verantwortlich, aber auch für charakterliche Eigenschaften und unsere Talente. Bei Tieren kann ein Gen zum Beispiel für die Bildung eines Giftes sorgen, dass Feinde abwehrt oder sogar tötet. Ähnlich ist es in der Pflanzenwelt. Einige Pflanzen können Geruchsstoffe bilden, die Fressfeinde abschrecken.

Alle Organismen tragen denselben genetischen Code, d. h.: die DNA ist immer aus den gleichen Bausteinen aufgebaut. Sie besteht aus Phosphat, dem Zucker Desoxyribose und einer Base.

Was ist Gentechnik?

Gentechnik beschreibt die Veränderung der DNA mit biotechnologischen Verfahren und Methoden. Dabei werden fremde Gene (Transgene) in eine Erbinformation eingeschleust.  Die Transgene sind für eine bestimmte Eigenschaft verantwortlich, die der neue Organismus erhalten soll. Diese neue Eigenschaft ist nicht oder nur schwer über Züchtung zu erhalten.

Nach der Bearbeitung überführen Gentechniker die Transgene in den Organismus. Der nun entstandene genmanipulierte Organismus pflanzt sich mit der neuen Erbinformation fort. Dabei sind Überkreuzungen von Organsimen möglich. Nur durch den einheitlichen genetischen Code bei allen Lebewesen ist Gentechnik überhaupt möglich.

Der Sinn der Gentechnik – Bessere Erträge und Resistenzen

Die Gentechnik wird unter anderem bei Nutzpflanzen angewandt, um die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen und größere Erträge zu erzielen. Von großer Bedeutung ist daher die Herbizidresistenz. Um Unkraut zu vernichten werden Felder und Äcker mit Herbiziden besprüht. Im Normalfall würde auch die Nutzpflanze durch das Gift eingehen. Durch die gentechnisch veränderte DNA ist diese aber resistent. Diese Eigenschaft findet unter anderem Anwendung bei Raps und Soja.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Resistenz gegen Insekten. Durch den Einsatz genmanipulierter Erbinformation können Mais– und Baumwollsorten ein Gift bilden, das schädliche Insekten tötet.

Bei einem großen Teil der Nutzpflanzen sind sogar beide Eigenschaften miteinander vereint. Für den Bauern bedeutet das einen billigen und einfacheren Anbau. Er hat keine großen Verluste.

Einfuhr aus Drittländern erlaubt

Natürlichkeit statt gentechnisch verändert

In Ländern, wie den USA, Kanada, China, Argentinien, Brasilien und Indien ist der Einsatz von Gentechnik bei Nutzpflanzen Alltag. Erzeugnisse und Produkte aus solchen Pflanzen dürfen in die EU nur mit Zulassung überführt werden. Hauptsächlich handelt es sich um die Pflanzen Mais, Soja, Baumwolle, Raps und Zuckerrüben. In der EU gelten Bestimmungen, welche die Nutzung dieser Pflanzen bestimmen. Einige können nur für die Herstellung von Öl, Stärke und Glukose verarbeitet werden.

Gentechnik beim Olivenanbau

Auch Olivenbäume sind mit ihren Früchten nicht vor schädlichen Einflüssen gefreit. So befallen beispielsweise Pilze die Blätter des Olivenbaums. Eine mögliche Erkrankung ist die Augenfleckenkrankheit. Dabei sorgen die Pilze für runde Verfärbungen auf den Blättern. Ab einen Befall von mehr als 30 Prozent werden Fungizide beim Olivenanbau eingesetzt.

Die Gentechnik soll Abhilfe schaffen. Aktuelle Forschungen testen ein Gen, mithilfe dessen Olivenbäume Abwehrstoffe gegen Pilze bilden sollen.

Gentechnisch veränderte Olivenfruchtfliege

Die Weibchen der Olivenfruchtfliege legen ihre Eier in die reifenden Oliven ab. Die Larven zerfressen dann das Fruchtfleisch, um ins Freie zu gelangen. An diesem Punkt setzen die Forscher der gentechnisch veränderten Olivenfruchtfliege an. Den männlichen Fliegen wird eine Gensequenz hinzugefügt. Pflanzen sie sich mit einem Weibchen fort, sterben die weiblichen Embryonen in der Olive. Bei den männlichen Larven tritt das Gen erst bei ihrer Fortpflanzung ein, sodass auch ihre weiblichen Nachkommen im frühen Larvenstadium sterben.

Aktuell liegen noch keine Zulassungen vor, bei denen die GV-Olivenfruchtfliege in freier Natur getestet werden kann. Offen bleibt zum Beispiel was mit den gestorbenen Larven passiert.  Auch ist noch nicht geklärt, wie sich die Fliege in der Natur weiterentwickelt.

3sat hat hierzu eine Dokumentation erstellt. Das Video können Sie sich hier anschauen.

Ist Gentechnik gut oder schlecht?

Der Einsatz von Gentechnik wird meist als negativ wahrgenommen. Doch Biotechnologen sehen in der Anwendung kein Problem.

Wenn nachgewiesen werden kann, dass sich der Einsatz eines gentechnisch veränderten Organismus negativ auf die Umwelt oder die menschliche und tierische Gesundheit auswirkt, wird die Gentechnik keine Anwendung mehr finden. Bislang konnten Studien keine Gefährdung durch den Einsatz von GVO bestätigen.

Langzeitrisiken sind nicht bekannt. Das ist auch der Grund, warum die Gentechnik so viele Gegner hat und aktuell die meisten Deutschen gegen den Einsatz genetisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft sind.

Gut zu wissen: Der internationale Lebensmittelkonzern deOleo verwendet in seinen Produkten keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO).

1. Februar 2018|Herstellung|

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