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Weichmacher in Olivenöl – Wie gefährlich sind sie?

Weichmacher in Olivenöl – Wie gefährlich sind sie?

Immer wieder lassen sich gesundheitsgefährdende Schadstoffe in Lebensmitteln nachweisen, vor allem Phthalate. Wir erklären Ihnen, wodurch Weichmacher in Olivenöl gelangen und wie Sie sich vor Ihnen schützen können.

Was sind Weichmacher?

Weichmacher bewirken, dass bestimmte Kunststoffe flexibler und elastischer werden. Doch nicht alle sind gleich. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Oberbegriff für verschiedene Chemikalien. Sie lassen sich in allen erdenklichen Anwendungsgebieten finden: Zum Beispiel in Elektrokabeln, Farben und Lacken, aber vor allem in Plastikverpackungen.
Gerade aufgrund dieses letzten Anwendungsgebiets sind Weichmacher in den letzten Jahren immer mehr in Verruf geraten. Das gilt jedoch nicht  grundsätzlich für all diese Stoffe, sondern nur für die Gruppe der Phthalate.

Was sind Phthalate?

Bei Phthalaten handelt es sich um chemische Verbindungen von Phthalatsäure mit Phthalatsäureester, also verschiedenen Alkoholen. Laut Umweltbundesamt produziert der Chemiesektor in Westeuropa etwa eine Million Tonnen dieser Weichmacher pro Jahr. Das sind rund 70 Prozent des gesamten Marktanteils. Die bekanntesten sind:

  • Di-isodecylphthalat (DIDP)
  • Di-isononylphthalat (DINP)
  • Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)
  • Dibutylphthalat (DBP)
  • Di-isobutylphthalat (DIBP)
  • Benzylbutylphthalat (BBP)
  • DPHP

Warum sind Phthalate gefährlich?

Nicht alle Weichmacher dieser Gruppe haben die selben Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Wissenschaftler konnten aber nachweisen, dass einige von ihnen den Hormonhaushalt verändern und dadurch unsere Gesundheit nachhaltig schädigen können. Sie stehen sogar im Verdacht, die männliche Potenz einzuschränken.

Deshalb stuften die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) die Stoffe DEHP, DBP und BBP 2005 als fortpflanzungsgefährdend ein. Auch DINP, DIDP und DNOP sind als Alternativen seitdem nicht mehr zulässig, weil sie die Gesundheit gefährden. Sie wirken vor allem gifitig auf die Leber.

Wie gelangen Weichmacher ins Olivenöl?

Weichmacher kommen über verschiedene Wege in den menschlichen Körper. Sind sie in Kosmetika enthalten, nehmen wir sie über die Haut auf. Selbst im Hausstaub kommen sie vor. Zum größten Teil erfolgt die Aufnahme jedoch durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Doch wie gelangen diese Substanzen dahin?

Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften sind Weichmacher keine festen Verbindungen. Das hat zur Folge, dass sie zum Beispiel durch Verdunstung aus einer Lebensmittelverpackung in die Nahrung übergehen. Bei Speiseölen passiert das also, wenn sie in Plastikflaschen abgefüllt werden. Darum empfiehlt sich, Olivenöl ausschließlich in Glasflaschen zu kaufen. Doch auch in der Produktion können geringe Mengen an Weichmacher ins Öl übergehen, zum Beispiel durch Gummischläuche.

Welche Gefahr geht von Weichmachern in Olivenöl aus?

Im Öko-Test Olivenöl Test 2019 wurden 20 verschiedene native Olivenöle extra hinsichtlich ihrer Qualität geprüft. Dabei untersuchten die Laboranten die Öle auch auf gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Im Olivenöl Bertolli Originale ließen sich keinerlei Weichmacher nachweisen.Von anderen getesteten Olivenöl geht jedoch eine deutlich höhere Gefahr aus, die gefährlichen Stoffe zu konsumieren. Umfassendes Informieren vor dem Kauf sollte also dabei helfen, ein unbelastetes Olivenöl aufzuspüren. Doch wie kann man sich über die Schadstoffe in Lebensmittel informieren?

Wie kann ich mich vor Weichmachern schützen?

Die EU hat verschiedene Grenzwerte für die unterschiedlichen Weichmacher festgelegt. Sie sollen die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Für den Laien sind diese jedoch nicht erkennbar, die Substanzen lassen sich nur im Labor nachweisen.
Es gibt jedoch die Möglichkeit, direkt beim Produzenten nachzufragen, ob ein Produkt fortpflanzungsschädliche Phthalate enthält. Das Umweltbundesamt hat dazu auf der Internetseite Reach-info ein Formular zur Verfügung gestellt. Dort ist mit Hilfe des Strichcodes auf dem Produkt eine entsprechende Anfrage möglich. Die Antwort muss innerhalb der nächsten 45 Tagen vorliegen.

In manchen Produkten ist der Einsatz einiger Phthalate generell verboten. Seit 2007 gelten für bestimmte fortpflanzungsgefährdende Substanzen wie DEHP weitreichende Verbote. Diese beziehen sich hauptsächlich auf ihre Verwendung als Weichmacher in Lebensmittelverpackungen. Wer dennoch auf Nummer Sicher gehen will, sollte bereits beim Kauf auf die Verpackung achten. Aufgrund der Schadstoffe setzen immer mehr Lebensmittelhersteller auf nachhaltige Verpackungen aus natürlichen Rohstoffen.

2. Mai 2019|Tests|

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