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So testet Stiftung Warentest Olivenöl

So testet Stiftung Warentest Olivenöl

Möchten Sie sich gesund ernähren? Dann sollten Sie für die Zubereitung vieler Speisen gesundes Olivenöl verwenden. Die Qualitätsunterschiede sind jedoch sehr hoch. Wir haben genauer untersucht wie Stiftung Warentest den Olivenöl-Test 2017 durchgeführt hat.

Darauf achten die Experten von Stiftung Warentest

Die Qualitätsmerkmale bei Olivenöl gehen stark auseinander. Die Ansprüche von Stiftung Warentest für die Auszeichnung sehr gutes Olivenöl und gutes Olivenöl sind hoch. Die Tester überprüfen neben dem Geschmack auch die sensorische und chemische Qualität der Olivenöle. Außerdem prüfen die Experten die Schadstoffe, die Verpackung und die Deklaration.

Im Stiftung Warentest Olivenöl-Test wird jedoch noch weit mehr getestet, als es die EU-Verordnung vorschreibt. Dabei analysiert die Stiftung auch die Herkunft der Öle sowie zahlreiche Schadstoffe wie Pestizide, Weichmacher und Mineralöle.

Stiftung Warentest Olivenöl

Sensorische und chemische Qualität von Olivenöl

Die Qualitätssicherung ist besonders bei Lebensmitteln wichtig. So müssen auch Olivenöle im Test bestimmte Ansprüche erfüllen. Hierzu gehören

  • der Geruch,
  • der Geschmack und
  • physisch-chemische Parameter, welche unter anderem die Echtheit und die Frische der Olivenöle überprüfen.

In chemischen Laboren können Experten die physisch-chemischen Parameter sehr detailliert prüfen und somit die Zusammensetzung des Speiseöls darstellen.

Für den Geruchs- und Geschmackstest reichen chemische Laborwerte alleine nicht aus. Stiftung Warentest setzt zur genauen Analyse auch die von der EU vorgesehene sensorische Qualitätsprüfung (EG 640/2008) ein. Hierfür sind die gut geschulten Sinne erfahrener und trainierter Verkoster, sogenannter Panels, notwendig. Sie erfassen ein Gesamtbild der Inhaltsstoffe und erstellen eine objektive Beurteilung des Olivenöls, das sich auf den Geschmack und den Geruch bezieht. Darüber hinaus wird vom deutschen Olivenölpanel ebenfalls der nicht offizielle Parameter „Harmonie“ geprüft.

Geschmackstest durch Blindverkostung

Die sensorischen Analysen finden als Blindverkostungen statt. Um eine einheitliche Beurteilung der Prüfer zu ermöglichen, ist eine Lagerung der Olivenöle in speziell klimatisierten und temperaturkontrollierten Räumen nötig. Die Olivenöle selber werden auf 28 Grad Celsius erwärmt, damit die Aromen freigesetzt werden und sie einfacher wahrzunehmen sind – ohne die Qualität des Olivenöls zu schaden.

Der Geschmackstest ist sehr vielschichtig. Unterschieden wird beispielsweise zwischen fruchtig, bitter und scharf. Aber auch ranzig, schlammig oder erdig sind in der Beurteilungsliste der Verkoster beim Stiftung Warentest Olivenöl-Test zu finden.

Derzeit gibt es 60 anerkannte Panels im Internationalen Olivenölrat in Madrid. Acht bis zwölf Prüfer plus Prüfungsleiter gehören einem Panel an. Jährliches Training zeichnet diese unabhängigen Prüfer aus. Auch Stiftung Warentest beauftragt zur sensorischen Testung des flüssigen Goldes ein akkreditiertes Panel.

Verpackung und Deklaration

Stiftung Warentest stellt bei den Olivenöl-Tests regelmäßig fest, dass sich nur wenige Hersteller daranhalten, was laut EU-Verordnung auf dem Etikett stehen muss. Die Verordnung gibt vor, dass Hersteller unter anderem die genaue Verkehrsbezeichnung, die Ölkategorie sowie die Herkunft des Olivenöls in Deutsch angeben müssen. Davon müssen die Bezeichnung und die Herkunft im Hauptsichtfeld vermerkt sein.

Auch die Geschmacksbeschreibungen müssen eingehalten werden. Hier dürfen die Hersteller nur klare Eigenschaften wie „fruchtig“, „bitter“ oder „scharf“ in jeweils drei Intensitätsabstufungen (leicht, mittel und intensiv) verwenden. Lediglich die Fruchtigkeit kann durch „grün“ oder „reif“ zusätzlich charakterisiert werden. Unter besonderen Bedingungen können ebenfalls die Bezeichnungen „ausgewogen“ und „mildes Öl“ verwendet werden. Weitere Beschreibungen gelten als verboten.

Ebenfalls dürfen Hersteller nicht gezielt mit gesundheitlichen Vorteilen von Olivenöl werben. Diese sogenannten Health Claims dürfen nur verwendet werden, wenn sie die Bedingungen, welche in verschiedenen EU-Verordnungen festgelegt worden sind, erfüllen.

Analyse der Herkunft

Die Herkunftsanalyse wird in der Olivenölverordnung nicht erwähnt, so die Aussage von Stiftung Warentest. Jedoch muss jedes in der EU verkaufte Olivenöl, mit einer Herkunftsangabe versehen sein.

Dafür untersucht Stiftung Warentest mithilfe von verschiedenen Laboranalysen die im Test stehenden Olivenöle hinsichtlich ihrer Herkunft.

Natives Olivenöl Stiftung Warentest

Mithilfe einer Datenbank leiten die Experten in einem statistischen Vergleich die Herkunft ab. Hierzu dienen repräsentative Proben aus dem Ursprungsland. Je näher die Daten des getesteten Olivenöls an den Daten der Proben liegen, umso wahrscheinlicher lässt sich das Herkunftsland feststellen. Stimmen die Angaben auf dem Etikett nicht mit den Ergebnissen überein, vergibt Stiftung Warentest ein mangelhaft in ihrem Testergebnis. Diese Methode ist jedoch noch nicht dafür akkreditiert bzw. anerkannt.

Belastung durch Schadstoffe

Bei Olivenöl sollte es sich um ein reines Naturprodukt handeln. Dennoch testen die Experten im Stiftung Warentest Olivenöl-Test auch auf Schadstoffe wie Pestizide, Weichmacher und Mineralöl. Wie viel Schadstoffe in Lebensmitteln vorhanden sein dürfen, sind auch hier wieder in den EU-Verordnungen festgelegt worden. Stiftung Warentest hat diese Grenzen für den Olivenöl-Test noch einmal deutlich nach unten korrigiert.

Mineralöl

Die aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, auch MOAH genannt, sind die bedenklichsten Substanzen, die Stiftung Warentest in einigen Erzeugnissen gefunden hat.

Weichmacher

Die als Diethylhexylphthalat (DEHP) bekannten Weichmacher werden unter anderem zur Herstellung von Plastikflaschen verwendet. Sie dürfen seit 2007 nicht in Verbindung mit Olivenöl gebracht werden.

Pestizide

Die Experten überprüfen auch alle Produkte auf Rückstände durch Pflanzenschutzmittel. Laut EU-Verordnung existieren keine Höchstmengen für Pestizide bei der Herstellung. Lediglich für die Oliven, aus denen das Öl gewonnen wird. Stiftung Warentest berechnet daher ein Limit für Olivenöl, das nicht überschritten werden darf.

PAK

Hierbei handelt es sich um polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK). Auch diese Schadstoffe werden vom wissenschaftlichen EU-Lebensmittelausschuss als krebserregend bewertet.

Styrol

Stiftung Warentest hält diese Chemikalie, die vor allem in der Kunststoffproduktion eingesetzt wird, für unerwünscht und vermeidbar. Es steht im Verdacht, Lungenkrebs zu fördern. Bisher fand die Stiftung diesen Schadstoff nur vereinzelt.

Die differenzierte Analyse gibt dem Verbraucher einen Aufschluss, worauf er beim Kauf achten soll. Gerade der gesundheitliche Aspekt spielt hierbei eine große Rolle.

Der persönliche Geschmack zählt

Stiftung Warentest hat in den letzten Jahren regelmäßig einen Olivenöl-Test veröffentlicht. Dabei gab es immer wieder Öle, welche nur mangelhaft abschnitten. Dabei sollen diese Tests Sie auf keinen Fall abschrecken, sie sollen Ihnen lediglich als Anhaltspunkt dienen. Denn am Ende entscheidet Ihr persönlicher Geschmack welches Öl für Sie das beste Olivenöl ist.

2018-03-12T13:44:51+00:00 28. Februar 2018|Tests|

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